Lüdenscheid, Juni 2026 # Es sieht schon gut aus, aber noch ist es ein alles in allem gut funktionierendes Provisorium. Der Verkehr läuft in beide Richtungen – allerdings beengt auf dem (fast) fertigen Nord-Süd Neubau. Mit der Fertigstellung der neuen Süd-Nord Strecke wird nach Angaben der Autobahn-GmbH für Mitte 2027 gerechnet. Im dann weitgehend normalen Betrieb sind dann in beide Richtungen noch notwendigen Restarbeiten zu erledigen. Leider gibt es uns herum aber noch etliche (Brücken-)Baustellen – es bleibt viel zu tun.
Jedem Ende wohnt ein Anfang inne (frei nach Hermann Hesse). Ein singulärer Blick auf eine planerische und bautechnische Meisterleistung – wobei die extreme räumliche Belastung, insbesondere der betroffenen „Umleitungs“ Anwohner, nicht außer acht zu lassen ist und werden darf.
Ein Besuch, u. a. mit dem Fraktionsvorsitzenden der FDP im Kreistag des Hochsauerlandkreises, Friedhelm Walter (re).
Kurze Zusammenfassung: Zunächst die Hiobsbotschaft: Rahmedebrücke gesperrt; dann die Katastrophe: nicht reparabel; dann jede Menge „Fachleute“ und berechtigte Bedenken wegen erwartbarer Planungsschwierigkeiten und -einsprüche. Die Haselmaus war dann der Aufreger und fand breite Beachtung an den Stammtischen und in den Medien. Aber ihre Umsiedlung gelang und sie verschwand so schnell wie aufgetaucht. Parallel brachte der seinerzeitige Bundesverkehrsminister (FDP) ein Planungsbeschleunigungsgesetz auf den Weg und damit konnte am 04. Juli 2023 die Auftragsvergabe zum Brückenneubau erfolgen. Jetzt erwarten wir eine zügige Freigabe.
Mehr als ein Schatten: Sozusagen „im Schatten“ der Rahmedetalbrücke, aber nicht minder wichtig ist der Baufortschritt an der Talbrücke Sterbecke. Sie muss betriebsbereit sein, damit über die Rahmedetalbrücke wieder der Verkehr fließen kann. „Die Sterbecke“: Sie wurde in den 1960er Jahren mit einer Verkehrsprognose geplant, die von 25.000 Fahrzeuge im Jahr 1980 ausging. Inzwischen stieg die Belastung auf 64.000 Fahrzeuge an, davon 13.000 Lkw.
Rahmedebrücke weg, Sterbecke weg: Das Ausmaß der Verkehrskatastrophe hätte unvorstellbare Ausmaße angenommen, schon ohne die Rahmede war es eigentlich unzumutbar. Deshalb forcierte der damalige Bundesverkehrsminister (FDP) einen technischen Husarenritt: erst Teilsanierung, dann Neubau im laufenden Betrieb. Die Arbeitsgemeinschaft Echterhoff (Westerkappeln) / Straßen-und Tiefbau GbH (Kirchhundem), die auch die Rahmedebrücke erstellt, nahm diese Herausforderung an. Mittlerweile darf spekuliert werden, dass der beide Brücken noch Ende 2025 für den Verkehr zur Verfügung stehen: die Sterbecke fertig, die Rahmede mit einer Teileröffnung für beide Fahrtrichtungen. (ah)
Wir bedanken uns bei Martin Krings für den nachfolgenden bildlichen Ablauf:
Die Infrastruktur in Deutschland wurde viel zu lange auf Verschleiß gefahren. Die Folge sind bröckelnde Brücken, verspätete oder ausgefallene Züge, kilometerlange Staus auf den Straßen und zeitraubende Umleitungsstrecken. Bürger, Wirtschaftskraft, Wohlstand leiden darunter. Der Bundesverkehrsminister (FDP) hat deshalb 2023 das Gesetz zur Beschleunigung von Planung und Durchführung von Infrastrukturprojekten auf den Weg gebracht. Es wurde in Rekordzeit beraten und trat im gleichen Jahr in Kraft. Kein Zweifel, die katastrophale Verkehrslage im Märkischen Kreis durch die Sperrung der Rahmedetalbrücke und das breite Engagement für einen schnellen Neubau war mit entscheidend. Denn neben einer schnelleren Planung und Genehmigung bestimmter Schienen- und Autobahnprojekte stand insbesondere die Sanierung maroder Brücken im Vordergrund.
Das selbst Optimisten vom schnellen Planungs- und Baufortschritt überrascht wurden und sind, zeigt die Bedeutung der Änderungen bei diesem echten Bürokratieabbau. Aus Sicht der FDP-Kreistagsfraktion war es bedauerlich, dass erst die örtliche Katastrophe bei vielen die Erkenntnis brachte, wie wichtig auch funktionierende Straßen und Autobahnen sind. „Wir achten deshalb seit Jahren im märkischen Kreistag darauf, dass die Kreisstraßen immer im Blick und weitestgehend auch in der zeitnahen Instandhaltung bleiben,“ so unser Mitglied im MK-Bau- und Straßenausschuss Katja Siwek.
Mit der Stahlhochzeit ist ein wichtiger Meilenstein geschafft. Lt. Mitteilung des Büro „Der Brückenbauer“ wird der Verkehr veraussichtlich im Frühjahr 2026 wieder fließen. Nun beginnt die Betonage der Fahrbahnplatte, gefolgt von Abdichtung, Asphaltierung und Markierung. Parallel zum Brückenschluss wachsen bereits die Pfeiler des zweiten Bauwerks. Aktuelle Infos zum Baufortschritt und rund herum, hier.
Der Optimismus scheint gerechtfertigt! Die verkehrstechnische Katastrophe rund um die Rahmedetalbrücke belastet weiterhin die Menschen in und um Lüdenscheid. Als kleiner Lichtblick bleibt, dass die Regulierungs- und Kontrollmaßnahmen für den Durchgangsverkehr ihre Wirkungen zeigen und ganz besonders: Der Brückenneueubau geht zügig voran (s. A45-Freigabe ist für 2025 ein realistisches Szenario) und das sind imposante Bilder (s. come-on – Galerie). Das von der FDP in der Ampel geforderte und durchgesetzte Planungsbeschleunigungsgesetz wirkt und ist ein Beispiel für den FDP-Anspruch „ALLES LÄßT SICH ÄNDERN.“
Nach der Sprengung und den Aufräumarbeiten kommt der Bundesverkehrsminister wieder in den Märkischen Kreis: Mit dem „ersten Spatenstich“ zum Neubau beginnt eine weitere Phase der Wiederherstellung der für die Region so wichtigen Lebensader. Es ist für die Menschen und Unternehmen ein Lichtblick, aber die belastenden Probleme, insbesonders für die Anlieger an den Umleitungsstrecken, gehen leider noch bis ca. 2025 weiter. Allein das ist schon eine Verpflichtung, eventuellen Verzögerungen gemeinsam und entschlossen entgegenzuwirken.
Nach der Rahmedetalbrücke ist nun auch die „halbe Seite“ der Sterbecketalbrücke gesprengt worden. Und wie zuvor fielen Stahl und Beton präzise auf das vorbereitete Fallbett. 4 Pfeiler und 256 m Fahrbahn versammelten sich aus bis zu 45 m Höhe am Boden. Erfreulicherweise kann der Verkehr weiter über die parallele Fahrbahn geführt werden, so daß die katastrophale Verkehrssituation in und um Lüdenscheid durch diesen Neubau nicht noch mehr belastet wird. Viele Zuschauer in Schalksmühle, aber kein WDR Livebericht und überörtlicher Medienrummel – wegen des schönen Pfingstwetters?
Bis dahin sind aber noch etliche Vorarbeiten zu erledigen. Nicht zu vergessen: auf dem Fallbett liegen dann die Reste der 450m langen ehemaligen Fahrbahn sowie ihrer bis zu 70m hohen 5 Doppelstützen und das muss erst mal weg!